
- MAT-Übungen im Englischunterricht

- Gesunde Ernährung

- Bewegungsübungen zwischendurch

- Informationen über gesunde Ernährung
Mental Top - in der Praxis des Unterrichts
Robert-Koch-Gymnasium beteiligt sich an Pilotprojekt in Niederbayern
Gesunde Ernährung, Bewegung und Mentales Aktivierungstraining sind die wichtigsten Punkte für eine ausgewogene Entwicklung bei Schülern.„Stop!", ruft Beate. „F!", verkündet Andreas. Zehn Sekunden lang knabbern alle Kinder an ihren Bleistiften herum, dann schreiben sie wie wild los, bis schließlich die Lehrerin „Und Ende!" sagt.
„Stadt - Land -Fluss" spielen alle Kinder gern. Dass man es für den Unterricht nutzt, ist aber neu; noch dazu für den Deutsch-Unterricht. Es wird dann aber auch nicht mehr mit geographischen Begriffen gespielt, sondern mit Wortarten! Es macht nach wie vor Spaß, dient aber gar nicht so sehr dazu, etwas zu lernen, sondern als „Gehirnjogging" oder - mit dem Fachbegriff: Mentales Aktivitätstraining, kurz MAT.
Das Neue dabei ist, dass damit einerseits die grauen Zellen in Schwung gebracht werden. Andererseits kommt der Spaß nicht zu kurz; es soll für die Schüler reizvoll sein, sich daran zu beteiligen. Die MAT-Übungen trainieren Geschwindigkeit und Kapazität des Arbeitsspeichers im Gehirn und schaffen so die besten Voraussetzungen, um schneller denken, besser behalten und sich besser konzentrieren zu können.
Schulkinder müssen Höchstleistungen vollbringen - das gilt auch und gerade am Gymnasium. Je jünger die Schüler sind, umso größer ist das Augenmerk, das man ihnen widmen muss, denn in der 5. Jahrgangsstufe wird das Fundament für die restliche gymnasiale Karriere gelegt.
Umso wichtiger ist es, nicht nur isoliert die Lernleistungen zu betrachten, sondern den ganzheitlichen Zusammenhang in den Blick zu nehmen.
Das ist das Ziel der Initiative „Mental top". Das Projekt wird unter der Schirmherrschaft von MdL Philipp Graf von und zu Lerchenfeld an mehreren Gymnasien in Kooperation mit der Gesundheitsakademie Mainburg e.V. in Verbindung mit dem Kulturfonds Bayern durchgeführt. Ausgangspunkt für das Projekt sind die künftigen Anforderungen an das Lernen und an geistige Fitness sowie Selbständigkeit in allen Lebensphasen und Lebensbereichen, vorrangig im Beruf, mit dem Ziel nachhaltiger mentaler Fitness und emotionaler Stabilität.
Seit Beginn des Schuljahrs beteiligt sich das Robert-Koch-Gymnasium an dieser Initiative. Dazu werden die zentralen Vorstellungen den Lehrern, den Eltern und natürlich auch den Schülern vermittelt: Alle Sinne nutzen, Sport zum Ausgleich, gesunde Ernährung, regelmäßiges und ausreichendes Trinken - Dinge, die alle als selbstverständlich gelten, doch oft viel zu wenig Beachtung erhalten. Hier kommen sie alle zur Geltung und werden aktiv gelebt: Einer der wichtigsten Aspekte in „MentalTop - Schule" ist eine ausgewogene Ernährung, Ausgleich zwischen allen täglichen Aktivitäten und so ein Gleichgewicht im Alltag, was es den Kindern erlaubt, sich einfach rundum wohl zu fühlen.
Konkrete Maßnahmen sind, dass die Kinder auch während des Unterrichts trinken dürfen, dass sie die Möglichkeit haben, ein zweites „Starter"-Frühstück zu sich zu nehmen und genügend Bewegungsmöglichkeiten geboten werden. Zu diesem Thema waren auch die Eltern der 5.-Klass-Kinder auf einen Elternabend eingeladen. Um die Kinder dafür zu sensibilisieren und zu gewinnen, wurden drei Ökotrophologen eingeladen, die mit ihnen zusammen ein gesundes Frühstück zubereiteten.
Den theoretischen Hintergrund Mental Top vermittelte eine Reihe von Fortbildungen, die die 5.-Klass-Lehrer des Robert-Koch-Gymnasiums absolvierten.
Eine davon wurde vom Ministerialbeauftragten Klaus Drauschke initiiert und geleitet. Verschiedene Experten erläuterten die physiologischen und lerntheoretischen Grundlagen des Konzepts, das von der Gesundheitsakademie Mainburg am Kompetenz- und Forschungszentrum für Biomentale Bildungs- und Gesundheitsförderung unter Leitung von von Dr. Siegfried Lehrl entwickelt wurde. In mehreren Workshops erarbeiteten die Lehrer Material, z.B. auf den Einsatz in den einzelnen Fächern zugeschnittene MAT-Übungen, die auch in den kommenden Schuljahren in fünften Klassen genutzt werden können.
Ausgangspunkt für die Projektziele ist die Feststellung, dass mit dem heute "normalen" kulturellen Hintergrund eines Menschen dessen geistige Leistungsfähigkeit ohne entsprechendes Training mit zunehmendem Alter abnimmt. Für Beruf und Alltag bedeutet dies, dass die ältere Generation nur mit Anstrengung die wachsenden Anforderungen einer Informations- und Wissensgesellschaft erfüllen kann. Ziel ist es, bisher gesicherte mentale Trainingsmethoden den Schülern früh für ihren lebenslangen Lernalltag verfügbar zu machen. Die Ergebnisse des Mental Top- Prozesses werden in regelmäßigen Abständen getestet.
(OStR Dr. Bauer, StRin Schneider)



