Unser Gehirn kann auch im Alter nochmals zulegen!
Abschlussveranstaltung der Studie „50 plus“: Vorträge von Dr. von den Driesch und Dr. Siegfried Lehrl in der Mainburger Gesundheits-Akademie
Die Geschäftsführerin der Gesundheitsakademie Marianne Dasch konnte in Mainburg Gymnasiallehrkräfte aus ganz Bayern, die sich an der Studie 50 plus unter Leitung von Gilla Zimmermann beteiligten, begrüßen. Zu Beginn gratulierte sie dem niederbayerischen Ministerialbeauftragten für die Gymnasien Klaus Drauschke, der am 12. Juni zum neuen Präsidenten des Bayerischen Volleybandverbandes berufen wurde.
Der bekannte Gehirnforscher Siegfried Lehrl stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse der Studie vor. Ziel war es, zu erforschen, ob im Alter ab 50 die geistige Leistungsoptimierung durch gezielte Übungen noch deutlich erhöht werden kann. Dazu sollte geprüft werden, ob die aufgenommenen Informationen damit auch schneller verarbeitet werden können. Außerdem wurde überprüft, ob auch die Merkspanne ausgeweitet wurde. Die Studie lief über den Zeitraum von Ende Oktober 2009 bis Ende Januar 2010. Sie wurden dabei über schriftliche Aufträge, Vorträge und Erfahrungsaustausche geführt. Mit parallelen Untersuchungen von Gemeinden und anderen Behörden nahmen insgesamt 67 Teilnehmer an der Studie teil.
Die Sportphilologen, die häufig als Zweitfach im Sprachenbereich tätig sind, erreichten durchwegs besonders im Bereich des Allgemeinwissens sehr hohe Werte, die durchaus im Hochbegabtenbereich anzusiedeln sind. Ebenso zeigten sich im Bereich der Selbsterwartung, d. h. Selbsteinschätzung, einen deutlichen Anstieg in der Werte-Skala, wobei die Erhöhung in den Anfangs- und Endphasen deutlich signifikanter wurden. Gerade hohes Selbstvertrauen ist die wichtigste Basisdeterminante für den Erfolg. Im Bereich des mentalen Durchhaltevermögens konnten ebenfalls deutliche Erhöhungen festgestellt werden. Die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit nahm durchschnittlich um 10 % zu, während die Merkfähigkeit in den ersten 3 Wochen sehr deutlich anstieg und in den restlichen Wochen gleichmäßig auf diesem hohen Niveau blieb. Zusammenfassend stellte der Wissenschaftler fest, dass durch die allgemeine mentale Steigerung auch alle Leistungsfaktoren stiegen. Im Kruskall-Wallis-Testverfahren waren die Anstiege in den ersten 3 Wochen am deutlichsten. Die Erkenntnis, dass auch im zunehmenden Alter die Steigerung der Intelligenz möglich ist, dürfte für die Generation über 50 sehr wichtig sein und dürfte für die immer größer werdende Schar der älteren Generation doch sehr anspornend sein, sich weiterzubilden. Die Mainburger Gesundheitsakademie unter Führung von Landtagsabgeordneten Martin Neumeyer und dem Volkenschwander Schulleiter Hans Dasch wird sich gerade diesen Zukunftsanforderungen auch künftig stellen.
Dr. Volker von den Driesch, Projektleiter des bekannten Karlsruher Pharmaunternehmens Schwabe, stellte in den Mittelpunkt seines Vortrages die Bedeutung der mentalen Gesundheit vor. Der gelernte Arzt und Wissenschaftler betonte, dass mit den ständig steigenden Anforderungen in allen Arbeitsfeldern auch die Notwendigkeit der mentalen Stärkung steigt. Es sei nachgewiesen, so von den Driesch, dass massiver Stress wichtige Gehirnregionen zerstöre. Diesen Effekten kann man mit einem gezielten Informations- und Anti-Stressmanagement gut entgegenwirken. So können Motivation und Konzentration Störfaktoren ausfiltern und das Durchhaltevermögen zielgerichtet steuern. Er stellte gerade das Tanzen für diese Altersgruppe als reizvolles Training für das Gehirn heraus.
Den interessierten Teilnehmern aus dem Schulbereich erklärte er sehr anschaulich die Bedeutung von Dopamin für emotionale Abläufe und deren Kontrolle. „Stress, Angst und Überlastungsgefühle schalten das Denken ab“, so der Referent. Das Dopamin bringt die Gefühle wieder ins Gleichgewicht und die Leistungsbereitschaft in Hochform. Daher werden ständige Erfolgsschritte, und sind sie noch so klein, den Dopaminhaushalt dauerhaft verstärken und positives Lernverhalten sichern. In allen Alters- und Lebensphasen muss Lernen strukturiert und überschaubar werden, um die Inhalte jederzeit abrufbar im Gehirn zu haben.
Für die Mainburger Gesundheitsakademie, die mit dieser Studie einen weiteren Meilenstein für die Gegenwarts- und Zukunftsbewältigung durch mentales Training gesetzt hat, wird im Prozess des lebenslangen Lernens weiter auf diesen wichtigen Baustein setzen.
Es ist gut zu wissen, dass unser Hirn auch im Alter nochmals zulegen kann!






